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254 Nachruf-Meldungen seit 1. Mai 2004     © 2004 by nekrolog.info 
  Günter Gaus starb am 14.05.2004
Günter GausDer Journalist, Publizist und frühere Ständige Vertreter der Bundesrepublik in der DDR starb in der Nacht zum Samstag am 14. Mai 2004 nach langer Krankheit. Das bestätigte seine Frau Erika in seinem Wohnort Reinbek bei Hamburg. Günter Gaus, einer der einflussreichsten Mittler zwischen den ehemaligen beiden deutschen Staaten, wurde 74 Jahre alt.

Bundeskanzler Gerhard Schröder reagierte mit großer Betroffenheit auf die Todesnachricht. Gaus sei "ein großer Journalist und Publizist gewesen; ein enger Vertrauter und Weggefährte von Willy Brandt und ein ge-schickter Diplomat...". Gaus, so Gerhard Schröder, habe "zu den wenigen Grenzgängern gehört, die sich in ganz unterschiedlichen Wirkungsbe-reichen Respekt und Anerkennung erworben haben".

Vor seiner Zeit in Ost-Berlin hatte der gebürtige Braunschweiger eine steile Karriere als Journalist hinter sich. Nach einem abgebrochenen Studium der Geschichte und Germanistik arbeitete er von 1958 bis 1961 beim Nachrichtenmagazin "Der Spiegel", dann für die "Süd-deutsche Zeitung" und schließlich (ab 1969) erneut für den "Spiegel", wo er vier Jahre als Chefredakteur fungierte.

  Rudi Arndt starb am 14.05.2004
Rudi ArndtDer frühere Oberbürgermeister von Frankfurt und langjährige hessische Minister Rudi Arndt starb in der Nacht vom 13. auf den 14. Mai 2004 während einer Schiffsreise auf dem Dnjepr. Arnd wurde 77 Jahre alt.

Der hessische Ministerpräsident Roland Koch würdigte Arndt als eine der prägenden Persönlichkeiten hessischer Politik in den 60er und 70er Jahren. Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) kreierte markige Nachrufsätze und bezeichnete ihn als "leidenschaftlichen Frankfurter, als kantige und durchsetzungsfähige Persönlichkeit." Rudi Arndt sei "ein Original gewesen, unverwechselbar, eindeutig, und dadurch überzeugungsstark..."

Arndt wurde am 1. März 1927 in Wiesbaden als Sohn eines Gewerkschaftssekretärs geboren. Er studierte später Jura und Staatswissenschaften, wurde Referent im hessischen Innenministerium, dann Stadtverordneter in Frankfurt und ab 1956 Landtagsabgeordneter. Im Jahr 1961 übernahm er die Leitung als Fraktionschef der SPD in Hessen. 1964 wurde er Wirtschafts- und Verkehrsminister, ab 1970 Finanzminister. 1987 gab Rudi Arndt aus Unzufriedenheit sein SPD-Parteibuch ab und trat aus dem hessischen Landesverband aus.

  Michael Guttenbrunner starb am 13.05.2004
Michael GuttenbrunnerDer Kärntner Dichter Michael Guttenbrunner, der in der Literaturszene als Außenseiter und Rebell galt, starb am 13. Mai 2004 im Alter von 84 Jahren an den Folgen einer Lungenentzündung.

Trotz zahlreicher Auszeichnungen, etwa dem Georg-Trakl-Preis (1954), dem Großen Österreichischen Staatspreis ( 1966) blieb Guttenbrunner eher ein "großer Unbekannter" der österreichischen Nachkriegsliteratur. Seinem großen literarischen Vorbild Karl Kraus folgend, kritisierte Guttenbrunner stets politische Fehlentwicklungen, etwa wie in seinem dreibändigen Prosawerk "Machtgehege" aus den Jahren 1976, 1994 und 1997.

  Jacky Spelter starb am 12.05.2004
Jacky SpelterBerlins originellster Rock 'n' Roll-Star Jacky Spelter verstarb am 12. Mai 2004 nach langer Krankheit im Alter von 76 Jahren. Der urige aus Hessen stammende Musiker galt als schwergewichtiges Original der Berliner Musikszene und war das Aushäggeschild der Band "Jacky & His Strangers".

50 Jahre Musik prägten sein Leben, auch wenn Spelter die große Ruhmestreppe eher verschlossen blieb. Das Berliner Original lebte seit 36 Jahren im Berliner Stadtteil Neukölln. In seiner kleinen Wohnung zierten Hunderte von Promi-Fotos die Wände, die ihn gemeinsam mit den Größen des Öffentlichen Lebens zeigten.

"Jacky" Spelter, ein großer Elvis Presley-Fan, hatte als Kriegsgefangener in Texas sein Herz für den Blues und die Country-Musik entdeckt – der Rock 'n' Roll kam dann mit Elvis in den 50er Jahren dazu. Anfang der 60er hatte Spelter sogar mit den damals noch unbekannten Beatles gespielt. In den letzten Jahren zog er sich dann doch immer mehr aus der Szene zurück, ließ aber sein jährliches Geburtstagskonzert niemals ausfallen. "Die Leute wollen Spaß", war sein Motto, "und den kriegen sie von mir..."

  Paul Matzkowski starb am 11.05.2004
Paul MatzkowskiIn der Nacht von 11. zum 12 Mai 2004 verstarb der frühere Mittelläufer und Mittelstürmer Paul Matzkowski des FC Schalke 04 in Alter von 83 Jahren. Der zweimalige deutsche B-Nationalspieler bestritt für die Königs-blauen zwischen 1948 und 1958 insgesamt 212 Oberligaspiele und, besonders als Freistoß- und Elfmeterschütze gefürchtet, erzielte in dieser Zeit 58 Tore für seinen Verein. Nach seiner Fußballkarriere arbeitete Matzkowski als Trainer für die Schalker Amateure, welche er von der Bezirksklasse bis in die Verbandsliga führte.

Am Sonntag vor seinem Tod besuchte Matzkowski noch im Musiktheater im Revier die Premiere des Musicals "Nullvier – Keiner kommt an Gott vorbei". Die Liedtexte hatte sein Sohn Bernd verfasst...

  Brenda Fassie starb am 09.05.2004
Brenda FassieDie südafrikanische Pop-Queen Brenda Fassie ist nach zweiwöchigem Koma – hervorgerufen durch einen Asthma-Anfall – am 9. Mai 2004 gestorben. Ihre Platte "Weekend Special" machte Fassie in den 80er Jahren in ihrer Heimat berühmt. Der Song bescherte der in Kapstadt geborenen Sängerin aber auch internationale Erfolge, z.B. in den englischen Charts. Brenda verband in ihrer Musik traditionelle Klänge mit moderner Popmusik.

In Südafrika war Brenda nicht nur sehr erfolgreich und populär, sondern auch eine sehr beliebte Künstlerin. Ihre letzten vier Alben erreichten alle die Top-Ten der Verkaufscharts. Zu den Besuchern an Ihrem Krankenbett zählen auch der frühere Präsident Nelson Mandela und sein Nachfolger Thabo Mbeki

  Julia Boenisch starb am 07.05.2004
Julia BoenischDie Frau des Ex-«Bild»-Chefredakteurs und früheren Regierungssprechers Peter Boenisch (77) starb am 7. Mai 2004 im Alter von 41 Jahren. Wie die Berliner "Morgenpost" berichtete, verstarb Julia Boenisch nach einer zunächst harmlos aussehenden Routineoperation, an einer schweren Streptokokken-Racheninfektion.

Die Journalistin schrieb für zahlreiche Tageszeitungen, arbeitete als Chefreporterin für "Bild der Frau" und als Buchautorin.

  Robert Gratzer starb am 06.05.2004
Robert GratzerDer Kärntner Schriftsteller, Journalist, Dramaturg und Verleger Robert Gratzer ist am Donnerstag den 6. Mai 2004 unerwartet im Alter von 55 Jahren in der Türkei gestorben. Der gebürtige Österreicher hatte die vergangenen zehn Jahre in Istanbul gelebt. Gratzer hinterlässt eine Fülle an literarischen Werken, er hat zudem mehr als 20 Drehbücher verfasst und war auch als Dramaturg am Stadttheater Klagenfurt tätig...

Im Jahre 1986 gründete er den Alekto Verlag, als dessen geschäfts-führender Gesellschafter er bis 1991 fungierte. 1994 zog es ihn dann in die Türkei, wo er u. a. als Chefredakteur der Wochenzeitung "Türkische Allgemeine" tätig war. Aus der Vielzahl seiner Bücher sind zu nennen: "Heimat bist du großer Söhne", "Lorbeerreiser", ferner eine Reihe von Geschichten und Chroniken über Länder, Regionen und Städte sowie zahlreiche Kinder- und Reisebücher.

  Carlheinz Hollmann starb am 04.05.2004
Carlheinz HollmannDer bekannte Hamburger Fernsehreporter Carlheinz Hollmann, Moderator von "Die aktuelle Schaubude", der Erfinder des Hafengeburtstages und der Organisator des "Alstervergnügens" starb am Dienstag Nachmittag den 4. Mai 2004. Hollmann wusste seit November 2003 dass er Krebs hatte, aber erst am ersten Weihnachtsfeiertag hatte er das einigen wenigen Menschen mitgeteilt.

"Ich akzeptiere die Krankheit nicht. Ich habe Projekte, ich habe Visionen. Ich brauche meine Arbeit," sagte Carlheinz Hollmann noch voller Selbstvertrauen und Optimismus im Januar. Das Ende: Nierenversagen als Folge eines Prostata-Tumors.

NDR Intendant Professor Jobst Plog würdigte die Verdienste des Fernseh-Pioniers: "Der NDR trauert um Carlheinz Hollmann. Der hervorragende Moderator und Journalist zählt zu den legendären Persönlichkeiten des deutschen Fernsehens. Er hat mit seinem Wirken Maßstäbe gesetzt und hat im Norden das Gesicht der 'Aktuellen Schaubude' geprägt."

Hollman war seit 45 Jahren mit Gerti Daub, der Miss Germany von 1957, glücklich verheiratet. Sie und die gemeinsamen Kinder waren in seinen letzten Stunden bei ihm.

  Zulu starb am 03.05.2004
ZuluDer hawaiische gewichtige Serien-Schauspieler Gilbert Lani Kauhi (Zulu), bekannt als "Detective Kono Kalakaua" aus der TV-Serie "Hawaii Fünf Null" starb im Alter von 66 Jahren am 3. Mai 2004. Man sah ihn auch in den Serien "Magnum" und "Drei Engel für Charlie".

Zulu, der im "Hawaiian Paradise Park" lebte, litt in den letzten Jahren unter
Nierenproblemen, hatte zwei Schlaganfälle und Herzprobleme. 18 Monate vor seinem Tod wurde ihm eine Niere transplantiert, die sein Körper aber abstieß.
Zulu wartete auf bis zu seinem Tod auf ein andere Spenderniere...

  Irina Pabst starb am 01.05.2004
Irina PabstDie Berliner Modedesignerin und Protagonistin der Aids-Hilfe, Irina Pabst, wurde am Samstag den 1. Mai 2004 tot in ihrer Wohnung in Berlin-Dahlem aufgefunden. Es gebe keinerlei Hinweise auf ein Fremdverschulden, sagte ein Sprecher der Berliner Polizei. Die Kriminalpolizei ermittelte allerdings, ob sich die 76-Jährige das Leben genommen habe oder ob sie eines natürlichen Todes gestorben sei.

  Bruce Boa starb am 17.04.2004
Bruce BoaAm 17. April 2004 starb der britische Schauspieler Bruce Boa "Star-Wars" in England im Alter von 74 Jahren an Krebs. Der 1930 in Calgary (Kanada) geborene Schauspieler hatte den Rebellen-General Rieekan in "Star Wars - Das Imperium schlägt zurück" gespielt. Diese populäre Figur tauchte immer wieder in Comicheften, Videospielen und Romanen auf. Bekannt war Boa auch durch die Filme "Das Omen", "Octopussy" oder "Full Metal Jacket" in denen er Nebenrollen spielte. Seine letzte Filmrolle spielte Boa in "Screamers - Tödliche Schreie", danach zog sich der Schauspieler ins Privatleben zurück.

  Marco Pantani starb am 14.02.2004
Marco PantaniDer Radsport-Star Marco Pantani der am 13.01.1970 in Italien auf die Welt kam, wurde tot in seiner Wohnung aufgefunden.

1994 gelang Pantani der große Durchbruch mit zwei ausgezeichneten Leistungen bei den wichtigsten Rundfahrten Giro und Tour. Er hatte keine leichte Karriere, wurde während des Trainings 1995 von einem Auto angefahren und verletzt, kam wieder zurück, gewann den Giro, später die Bronze-Medaille in Kolumbien und hatte im selben Jahr einen schweren Unfall in Mailand Turin, musste auf Grund seiner Verletzungen aussetzen und feierte 1997 sein Comeback. Das Jahr 1998 brachte die Entschädigung für die vielen Rückschläge mit dem Sieg beim Giro d' Italia und bei der Tour de France. 1999 wurde er beim Dopen erwischt. 2000 machte er Schlagzeilen mit Depressionsanfällen und Einlieferung in eine psychiatrische Klinik.

Ein Glatzkopf, der wegen seines Kopftuches "der Pirat" und wegen seiner Ohren "Elefantino" genannt worden ist.

  Rainer Hildebrandt starb am 09.01.2004
Rainer HildebrandtDer Gründer des weltbekannten Berliner Mauermuseums, Rainer Hildebrandt, geboren am 14.12.1914 in Stuttgart, ist am Freitag den 09.01.2004 im Alter von 89 Jahren verstorben. Das Museum zur Geschichte der deutschen Teilung war sein Lebenswerk, das seine Frau fortführen möchte. Rainer Hildebrandt hatte im Juni 1963 das Haus im letzten Gebäude vor der Mauer auf der Westseite Berlins eröffnet. Er dokumentierte dramatische Fluchtversuche und politische Ereignisse sowie den Besuch des amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy im Jahr 1963. Nach der Wende kamen Mauerreste, Uniformen, Fluchtfahrzeuge und andere historische Zeitdokumente hinzu. Nach dem Krieg gründete Hildebrandt den Suchdienst "Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit" für vermisste Gefangene in der damaligen Sowjetzone.

Der Bau der Mauer am 13. August 1961 war für den promovierten Physiker, Philosophen und Publizisten die größte Herausforderung. Sein Buch, "Als die Fesseln fielen", über die Geschehnisse des Arbeiteraufstand am 17. Juni 1953 wurde in Deutschland, Italien und den USA veröffentlicht.

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Gegangen, aber unvergessen...
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